Den Kuckuck im Dorf lassen!

Cuculus_canorus2Die Ittersbacher nennt man nach einer Anekdote auch „Kuckucke“. Sie sollen angeblich in früherer Zeit einmal Kuckucke gefangen haben, weil sie so schön „rufen“ können und wollten sich damit deren einprägsamen Kuckucksruf für immer sichern. Das hat natürlich nicht geklappt, hat aber den Ittersbachern den Ulknamen „Kuckucke“ beschert.

Den Kuckuck gibt’s bei uns, aber er ist gefährdet; es gab in BW 2005 nur noch 8 – 10.000 Brutpaare, und schlimmer noch: im Zeitraum 1980 bis 2004 hat der Bestand in unserem Ländle um mehr als 50 % abgenommen. Wenn wir so weitermachen wie bisher, dann ist der Kuckuck bald weg.  

Was ist der Grund? Der Kuckuck verliert seinen Lebensraum bei einer Einschränkung von Moor- und Sumpfgebieten, weitläufigen Wiesengebieten mit Hecken und Feldgehölzen und Schilfröhrichtbeständen. Primär davon betroffen sind seine Wirtsvogelarten wie z.B. Baumpieper, Sumpfrohrsänger und Waldlaubsänger, die ihn aufziehen. Der Kuckuck hätte keine Wirtseltern mehr für seine Jungen!

Mit der Ausweisung des NSG „Pfinzquellen“ in seiner vom Regierungspräsidium  vorgeschlagenen Größe wird der Lebensraumverlust für den Kuckuck, Baumpieper, Sumpfrohrsänger und Waldlaubsäger, die alle im Pfinzquellgebiet vorkommen, aufgehalten.

Lassen wir doch die Kuckucke im Dorf, sorgen wir dafür, dass unser „Namensgeber“ bei uns bleibt!

Wir stehen zu Vorgaben des Regionalplans, mit dem das Vorranggebiet für Naturschutz und Landwirtschaft im Süden gewahrt bleibt. Im Norden gibt es noch genug Entwicklungsmöglichkeiten für unser beschauliches Dorf!

Wir stehen zu unserer wunderschöne Landschaft, die in Süden bis an die Bebauung heranreicht und offen für alle der Naherholung dient.

Wir stehen zu dem ursprünglich geplanten Naturschutzgebiet, das auf Ittersbacher Gemarkung nur 36 ha groß ist, das selbstverständlich auch weiter landwirtschaftlich zu bewirtschaften sein wird, dessen Wiesenbewirtschaftung und das Pflanzen von Obstbäumen gefördert wird, und wir stehen dazu, den Artenreichtum der Ortsnahen Wiesen zu erhalten.

Dietlinde Bader-Glöckner